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Hohe Tatra - Wandern in Polen

 

Ein Wanderparadies - Nationalpark Hohe Tatra

 

Polen - ein Land, welches wir sowas von unterschätzt haben! Die Hohe Tatra in Polen und der Slowakei wird auch "kleinstes Hochgebirge der Welt" genannt. Die polnischen Alpen haben uns einfach umgehauen. Wunderschöne Pfade führten uns immer wieder vorbei an Wasserfällen zu Gipfeln und kristallklaren Bergseen. Wir müssen gestehen, wenn Corona nicht gewesen wäre, wären wir wohl niemals auf die Idee gekommen, unseren Urlaub in Polen zu verbringen. Jetzt können wir es kaum abwarten, dieses Land noch einmal irgendwann zu bereisen!


Zakopane

Unsere Unterkunft hatten wir in Zakopane. Wir haben uns, wie immer, für eine Ferienwohnung entschieden, in der wir uns selbst verpflegen konnten. Pro Nacht haben wir 15€ pro Person bezahlt, also wirklich günstig! Unsere Gastgeberin war wirklich süß. Ihr Englisch war nicht sehr gut, aber wir haben uns irgendwie mit Händen und Füßen verständigt. Sie hat immer dafür gesorgt, das wir uns wie zu Hause fühlen. Von unserem Balkon aus konnten wir schon die Alpen erblicken.

Den angebrochenen Nachmittag nutzten wir noch dafür, uns den Ort etwas genauer anzuschauen. Zakopane ist bekannt für seine vielen Holzhäuser. Das war auch der Grund, weshalb wir uns für diese Gegend entschieden. Wir waren im August dort und alle Hütten waren schon mit Lichterketten geschmückt. So kamen wir schon leicht in Weihnachtsstimmung. Ganz in der Nähe unserer Unterkunft befand sich die Krupowki Street. Eine Einkaufsstraße mit vielen Restaurants mit deftigem Essen und Livemusik. Natürlich gab es auch viele Souvenirläden und Sportgeschäfte, denn hier wird auch gern Skiurlaub gemacht. 

 

Die bekannten Holzhäuser in Zakopane

 

Am nächsten Morgen starteten wir dann mit unserer Wanderung zum Morskie Oko. Bei dem Meerauge handelt es sich um einen wunderschönen Bergsee, der flächenmäßig der größte und der vierttiefste Bergsee der Hohen Tatra ist. Er wurde außerdem zu einem der fünf schönsten Seen der Welt gewählt. Wir waren genau zur Ferienzeit Polens hier und würden euch empfehlen, diese Zeit zu vermeiden! Es war wahnsinnig voll. Wir werden sicher wiederkommen, aber nie wieder in den Ferien! Gerade das Meerauge ist hier das absolute Highlight und dorthin wollen natürlich alle.

 

Noch ein wichtiger Tipp:

Wenn ihr plant mit dem Auto zum Nationalpark Hohe Tatra zu fahren, reserviert mindestens einen Tag vorher über die Webseite einen Parkplatz. Ansonsten werdet ihr weggeschickt, wenn es ausgebucht ist. Und seid am besten vor 7:30Uhr dort, denn später bildet sich ein riesiger Rückstau. Dann kommt es zu Wartezeiten von über einer Stunde! Bei Fragen zur Buchung könnt ihr uns bei Instagram gern eine Nachricht senden. Ansonsten könnt ihr natürlich auch mit dem Bus von Zakopane aus hier her fahren. Der Eintritt in den Nationalpark kostet übrigens 1,50€ pro Person.

 

    Bergsee Morskie Oko in der Hohen Tatra

 

Unsere Wanderung startete also am Parkplatz Palenica Bialczanska i Lysa Polana. Dort folgten wir einfach den vielen Menschen Richtung Eingang des Nationalparks. An einer kleinen Holzhütte bezahlten wir den Eintritt und folgten dann der asphaltierten Straße. Das ging etwa 9 km immer weiter bergauf Richtung Morskie Oko. Aller 30min. findet man Dixie-Toiletten und ab und an kommt man an einem Kiosk vorbei. An einem kleinen Eisstand werdet ihr auf dem Weg zum Bergsee auch vorbei kommen. Dort gibt es das typisch tschechische Softeis. Sehr lecker! Nach ca. 2 Stunden standen wir dann vor einem kristallklaren Bergsee auf etwa 1400m Höhe. Was für eine Aussicht! Am liebsten wäre man natürlich reingesprungen an diesem heißen Sommertag, aber hier ist überall striktes Badeverbot! Wenn ihr jetzt hungrig geworden seid, könnt ihr euch in dem Restaurant direkt am See stärken!

 

Blick von oben auf das Meerauge

 

Bis hierhin war diese Wanderung wirklich unspektakulär, aber was dann kommt hat es in sich. Viele möchten nur das Meerauge sehen und drehen danach wieder um. Für uns hatte das Abenteuer aber jetzt erst begonnen. Wir gingen links am See entlang durch einen wunderschönen Waldabschnitt und erreichten nach ca. 20min den Aufstieg zum Czarny Staw pod Rysami. Hierbei handelt es sich um einen Gletschersee, den "Schwarzen See". Wir sahen schon etliche Stufen vor uns, aber das diese gefühlt kein Ende nehmen, war uns vorher nicht bewusst. Je höher wir kamen, desto schwieriger wurde dieser Aufstieg. Die Sonne, die auf uns knallte, machte das auch nicht besser.

Schon nach kurzer Zeit machten wir aber einen kurzen Stop, denn auf der linken Seite sahen wir einen traumhaften Wasserfall. Ein kleiner Pfad ließ uns näher kommen. Dort wurde uns dann erst bewusst, das wir wohl bis ganz nach oben mussten zur Quelle, um zu dem See zu gelangen. Immer steiler und immer größer werdende Stufen zerrten an unseren Kräften. Doch irgendwann hatten wir es dann tatsächlich geschafft. Wir haben den "Schwarzen See" erreicht. Blickten wir links nach unten sahen wir das "Morskie Oko" von oben und konnten stolz auf uns sein, es hier hoch geschafft zu haben. Rechts von uns erblickten wir den anderen Gletschersee. Wir waren umgeben von riesigen Felswänden, als ob man vor einer Leinwand stehen würde. Dafür haben sich all diese Strapazen gelohnt! Übrigens befanden wir uns hier auf fast 1600m Höhe.

 

Blick auf beide Gletscherseen - Morskie Oko und Czarny Staw pod Rysami

 

Diesen traumhaften Platz nutzten wir für ein kleines Picknick um die Aussicht noch etwas länger genießen zu können. Wir schossen noch etliche Fotos und gingen dann wieder abwärts. Auch in diese Richtung waren die Stufen nicht viel besser. An manchen Stellen konnte es auch rutschig werden. Wir empfehlen euch deshalb richtige Wanderschuhe anzuziehen. Unten angekommen, gingen wir diesmal auf der anderen Seite des Morskie Oko zurück, denn dort wartete noch ein Wasserfall auf uns.

 

Wasserfall am Morskie Oko

 

Insgesamt waren es sogar drei Wasserfälle, die man von hier aus sehen konnte. Mit einem Rundumblick über den kompletten Bergsee gingen wir langsam wieder zurück. Die 9km lange asphaltierte Straße wartete dann wieder auf uns! Wem die Kräfte verlassen, der kann übrigens auch vom Morskie Oko wieder zurück mit der Pferdekutsche fahren. Das kostet umgerechnet 12€ pro Person (Stand: 2020), also nicht gerade günstig. Außerdem bezweifelten wir, ob das den Pferden so gut gefiel, den ganzen Tag hoch und runter zu galoppieren. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

 


Weitere Impressionen zur Morskie Oko Wanderung

Unsere Route kannst du dir mit Outdooractive herunterladen oder ausdrucken:

Bei dem Dolina Pieciu Stawow Polskich handelt es sich um ein durch Gletscher geformtes eiszeitliches Hängetal. Zu deutsch auch Fünfseetal genannt. Das ist allerdings etwas irreführend, da es hier mindestens sieben Seen gibt. Das Tal ist rund 4 km lang und von über 2300 m hohen Bergen umgeben.

 

Bergseen in der Hohen Tatra

 

Neuer Tag, neue Wanderung! Wir reservierten uns im Voraus schon für zwei Tage einen Parkplatz, damit wir uns darüber keine Gedanken mehr machen mussten. Wir bezahlten wieder Eintritt und folgten wieder der asphaltierten Straße. Diesmal aber nur ca. 30min, denn dann mussten wir abbiegen. Kurz hinter dem kleinen Wasserfall auf der rechten Seite geht ein Abzweig nach oben. Auf dem Wegweiser lesen wir schon "Dolina Pieciu Stawow". In dem Nationalpark ist alles so gut ausgeschildert, das man eigentlich kaum falsch laufen kann. Das war wirklich super!

 

Hohe Tatra in Polen

 

Nun ging es über die ersten Stufen nach oben. Der komplette Weg führte uns durch eine wunderschöne Landschaft immer weiter nach oben. Vorbei an plätschernden Bächen, an Wasserfällen und dabei umgeben von riesigen Bergen. Ein Traum für alle Naturliebhaber! Bis dahin kommen immer wieder mal kurze Abschnitte die flach geradeaus führen. Allerdings findet man hier keine Dixi-Toiletten mehr und auch keinen Imbiss. Nach ca. 2 Stunden kommt der Aufstieg, der am steilsten wird. Etwa eine Stunde steigt man jetzt die Stufen hinauf, die kein Ende zu nehmen scheinen. Hier wurde es hin und wieder nass und rutschig. Als wir endlich oben ankamen, erblickten wir als erstes riesige Berge. Was für eine traumhafte Kulisse! Wir sahen eine Gaststätte und erst dahinter erblickten wir den vorderen See. 

 

Der vordere See im Hängetal Dolina Pieciu Stawow Polskich

 

Ihr solltet unbedingt bis an das Ende des Bergsees laufen und noch ein Stück weiter gehen. Dahinter befinden sich nämlich noch zwei weitere Bergseen. Wirklich atemberaubend! Für uns war das wieder der perfekte Platz um ein Picknick zu machen. 

Irgendwie haben uns unsere Füße dann wieder zurück zum Parkplatz gebracht. Diese Wanderung hat uns schon ziemlich geschafft, wahrscheinlich auch aufgrund der heißen Temperaturen, aber wir würden sie immer wieder machen!


Weitere Impressionen zur Wanderung im Hängetal:

Unsere Route kannst du dir mit Outdooractive herunterladen oder ausdrucken:


Welche Währung hat Polen?

In Polen bezahlt man mit polnischen Zloty (PLN). 1 Euro entspricht aktuell etwa 4,4 Zloty. Wir empfehlen euch euer Geld schon vorher in Deutschland zu wechseln. Das ist auch wichtig für die Autobahn! Für bestimmte Abschnitte müsst ihr Maut bezahlen. In Polen gibt es keine Vignetten. Wir haben bis Zakopane dreimal Maut bezahlt, insgesamt knapp 10€. Ansonsten könnt ihr euer Geld auch in einer Wechselstube vor Ort umtauschen. Hier wird nämlich so gut wie nirgends Euro angenommen, das ist eher an der Grenze zu Deutschland typisch. Sollte dir das Geld ausgehen, kannst du auch an einem Automaten Geld abheben. Dann musst du allerdings mit Gebühren rechnen (ca. 5€). Wähle auch unbedingt "Abrechnung mit Zloty" aus um noch mehr Kosten zu vermeiden.

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